Erlösergarten

Herz Jesu Grotte

Pfarrer Kraus schreibt dazu:

In Liebesstrahlen erhebt sich das Herz des Christen zum Herrn hinauf, der ihm mit seiner Gnade hilfreich entgegen kommt; verbunden erscheint so das Herz der Gläubigen, mit dem Herzen Jesu und Mariä in Gnade und Liebe.



Alexanderglöckchen

Pfarrer Kraus schreibt dazu:

Auf dem Dache erhebt sich ein Thürmchen mit einer Glocke, welche beim Gottesdienste an dieser Grotte sowie in der Herz-Jesu- und Erlösungskapelle, geläutet wird.


(aus THEIS, Clemens, Oben am Berg, Seite 142f)

Mit großem Gefolge besucht auch Prinzessin Augusta von Preußen 1853 die "Heiligen Orte". 

Am 28. Juli kommt von Ems her Fürst Dorea aus Rom mit seiner Familie. Im August ist die ganze Familie des Fürsten zu Sayn-Wittgenstein bei Pfarrer Kraus zu Besuch, offensichtlich mit nachhaltiger Wirkung. 

Neben dem "Paradieschen" vor der Nordfassade der Erlöserkapelle wird nämlich gerade eine neue Grotte fertig gestellt; von "Herz Jesu" ist zunächst noch keine Rede. Im oberen Teil erhält die Grotte einen Eichenholzboden, die Wände werden verputzt, und über dem Dach wird ein Türmchen aufgesetzt.

Am 10. Mai des folgenden Jahres schon kann Kraus für dieses Türmchen auf der "Eremitage", wie er die Grotte jetzt nennt, eine kleine Glocke festlich weihen, gestiftet von Fürst Ludwig von Sayn-Wittgenstein. Dabei assistieren ihm Pfarrer Diefenbach von der Augst und Pfarrer Mondorf von Vallendar. Das 38 Pfund schwere Glöckchen wird auf den Namen Alexander getauft. Die fürstliche Familie nimmt mit ihren Kindern Antonia, Friedrich, Ludwig und Alexander (dem Taufpaten) am Festgottesdienst sowie an der anschließenden Kreuzwegbegehung und dem feierlichen Schluss mit "Te Deum" teil. 

Das "Alexanderglöckchen" hatte früher die Aufgabe, zu Gottesdiensten in der Herz-Jesu-Kapelle (besonders im Juni) oder der Erlöserkapelle zu läuten und abends die Schließung des Anlagenbereichs anzukündigen.


Herz Jesu Kapelle

Pfarrer Kraus schreibt dazu:

In der Liebe Jesu, als Erlöser der Menschen erscheint das Kreuz als Banner, das Dornengeflecht als seine Krone. Denn es strahlt hier für Sünder in Feindesliebe.


Legende vom Herz Jesu

nach J.B.Kraus:

"Darauf zeigte der Herr selbst der seligen Ordensfrau von der Heimsuchung Maria Margaretha Alacoque im Jahre 1673 sein Herz in seiner Brust, in Flammen stehend, von der Dornenkrone umgeben, mit dem Kreuze darüber. Er gab derselben auch seinen Willen kund, daß er die Verehrung seines h. Herzens verlange und welche Andacht er wolle, und bezeichnete zugleich dies sein h. Herz als Quell der reichsten Gnaden, woraus alle, die dasselbe verehren, nach Herzensdrang schöpfen mögen. 

Zur besonderen Verehrung verlangte Er öftere würdige Communion, Feier des Freitags in der Frohnleichnamsoctave sowie des folgenden Freitags; schließlich dehnte sich die feierliche Verehrung auf den ganzen Monat Juni aus. Der vielen (Seite 59 / 396) Offenbarungen wegen, welche die selige Margaretha Alacoque hatte, konnte sie betheuern: „Ich sage es mit Zuversicht: wüßte man, wie angenehm diese Andacht dem Heilande ist, es gäbe kein Christ, wie liebarm er auch sein mag, der sie nicht übte.“



aus: C. Theis: Oben am Berg –

Seite 142 / 202

 Herz-jesu-Kapelle

 

Das Alexanderglöckchen 

Mit großem Gefolge besucht auch Prinzessin Augusta von Preußen 1853 die "Heiligen Orte". ...  Neben dem "Paradiesehen" vor der Nordfassade der Erlöserkapelle wird nämlich gerade eine neue Grotte fertig gestelit; von "Herz Jesu" ist zunächst noch keine Rede.

Aus Greussen in Thüringen waren per Eisenbahn 20 Zentner "Tuffsteine" in Ehrenbreitstein eingetroffen. Damit konnte jetzt die Herz-Jesu-Kapelle in den Anlagen vollendet werden. Die schwarzen Steinverzierungen waren ein Geschenk der Bendorfer Concordia.; Hütte. Der dortige Werkführer, ein Herr Braubach, hatte die Abfallschlacken eigens. für diesen Zweck kunstgerecht vom Glühofen aus angespritzt. - Der Weiher in der Nähe des Ölbergs erhielt während des Jahres 1881 eine freundlichere Ufergestaltung. 

 


Gebets-Bildchen

zum hl. Herz Jesu




Josefs Kapelle

Pfarrer Kraus schreibt dazu:

"Willst auch du, o lieber Leser! in heiligem Frieden sterben, wie der h. Joseph gestorben ist, so lebe, wie dieser es gethan, nur für Jesus und Maria; halte deinem Herzen fern, was den Frieden mit Gott stört, die Sünde, und pflege den Frieden durch Liebe in Uebung aller Tugenden.“ 

(erbaut 1884)


Gebets-Bildchen

zum hl. Joseph


Leben und Tod Josephs

nach den Apokryphen

 

aus: LÄPPLE, Alfred, Die geheimen Schriften zur Bibel. Apokryphe Texte des Alten und Neuen Testamentes. Bassermann Verlag, 2002, Seite 147 - 150

 

Der Tod Josefs 

 

Die apokryphe koptische „Geschichte Josefs des Zimmermanns“ (Historia Joseph fabri lignarii) entstand wahrscheinlich in Ägypten, Und zwar im 6. oder 7. Jahrhundert. 

 

Bemerkenswert an ihr ist vor allem, dass sie den genauen Todestag Josefs (26. Tag des Monats Abib = Juli) und sein erreichtes LebensaIter von 111 Jahren angibt. Der äußere Anlass für die Niederschrift dürfte deshalb die Einführung eines Josefsfestes in der koptischen (-> Glossar: Kopten) Kirche Ägyptens gewesen sein, bei dem auf seinen Todestag großer Wert gelegt wurde. 

Aber auch andere Daten aus dem Leben Josefs werden mitgeteilt: 

Mit 40 Jahren habe er geheiratet; seiner ersten Ehe sollen sechs Kinder entstammt sein. Nach 49 Jahren sei seine erste Frau gestorben; im folgenden Jahr sei ihm Maria anvertraut worden. 

 

Berufung auf Jesus und die Apostel 

Im ersten Teil der »Geschichte Josefs des Zimmermanns« (Kapitel 1-11) wird sehr ausführlich vom Leben und von der ersten Ehe Josefs gesprochen. Als Witwer habe er sich mit Maria verlobt. Im zweiten Teil (Kapitel 12-32) wird überaus breit der Tod Josefs geschildert. Ihre Glaubwürdigkeit versucht diese ägyptische Josefsgeschichte dadurch zu erlangen, dass sie vorgibt, Jesus selbst habe die Geschehnisse seinen Aposteln auf dem Ölberg erzählt. Außerdem wird für die geschichtliche Nachprüfbarkeit hinzugefügt, diese Aussagen Jesu seien von den Aposteln aufgezeichnet und in der Bibliothek in Jerusalem hinterlegt worden. 

 

Die Überlieferung vom Tod Josefs ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil darin das damalige Verständnis des Sterbens und des Todes zum Ausdruck kommt: Man stellte sich den Tod als Person vor, mit der auch der Vatergott spricht. 

 

Eine Fundgrube für jede Josefsforschung (vor allem auf den Gebieten der Lithurgie, der Literatur und Kunst) ist das Werk von J. Seitz: .. Die Verehrung des hl. Josef in ihrer geschichtlichen Entwicklung bis zum Konzil von Trient dargestellt«. «50» 




Das Hinscheiden des heiligen Joseph

 

https://katholischglauben.info/das-hinscheiden-des-heiligen-joseph/. 

August 2020

Das Hinscheiden des heiligen Joseph und die (vermutliche) Aufnahme in den Himmel

Geschmückt mit dem Kleid der heiligmachenden Gnade, dessen Glanz er nie mit einem Fleckchen der Sünde trübte, wandelnd in in vollkommenster Keuschheit vor den Augen Jesu und Mariä, eilte er von Tugend zu Tugend, erhielt er immer neue Gnaden, vermehrte er unaufhörlich seine Verdienste und erfüllte sich so an ihm, was sein Name Joseph, das heißt „Vermehrung“ bedeutet. Wenn der königliche Sänger David ausruft: „Kostbar im Angesicht des Herrn ist der Tod seiner Heiligen“ (Psalm 115), wie kostbar in den Augen Gottes musste der Tod des heiligen Joseph sein!

 

Warum der heilige Joseph vor dem öffentlichen Auftreten Jesu starb

Das erhabene Werk, den Heiland der Welt in seiner Kindheit und Jugend zu pflegen, zu ernähren und zu beschützen, für die unversehrte Jungfräulichkeit der gebenedeiten Gottesmutter Zeuge zu sein und ihr in allen Nöten treu zur Seite zu stehen, dieses erhabene Werk hatte er mit der größten reue vollbracht, und dem heiligsten Willen Gottes auf’s Vollkommenste entsprochen. Dreißig Jahre lang erfüllte er mit der gewissenhaftesten Sorgfalt alle Pflichten eines Vaters und Ehegatten, und das tat er Alles in reinster Absicht, in vollkommenster Liebe zu seinem Gott und Herrn. Sein Leben war nach dem Leben seiner gebenedeiten Braut das heiligste, sein heiliger Tod sollte die Vollendung desselben und die süßeste Belohnung seiner unbeschreiblichen Liebe sein. –

Die Zeit war gekommen, wo Jesus die einsame Werkstätte des Zimmermanns verlassen, aus seiner Verborgenheit hervor treten und sein öffentliches Lehramt beginnen sollte. Durch die Städte, Dörfer und Flecken Judäas wandelnd sollte er sein erhabenes Evangelium verkünden und sein göttliches Wort durch die größten Wunder bewahrheiten. –

Er sollte oft von seinem himmlischen Vater zu dem Volk reden und darum musste sein vermeintlicher Vater Joseph von dieser Erde scheiden, damit seine Zuhörer nicht irre würden, wenn er auf ihre Frage: „Wo ist dein Vater?“ antwortet: „Ihr kennt weder ich noch meinen Vater… der im Himmel ist.“ –

Der hl. Joseph starb also, ehe Jesus sein öffentliches Lehramt antrat, denn die heiligen Evangelisten machen nach dieser Zeit von ihm keine Erwähnung mehr, während sie doch noch öfters von der gebenedeiten Mutter Jesu spreche. Gewiss wäre er bei der Hochzeit zu Kana gegenwärtig gewesen, wenn er noch gelebt hätte, da er immer in der Gesellschaft Jesu und Mariä war; allein der heilige Evangelist erwähnt seiner nicht, auch damals war er nicht dabei, als Maria, die liebe Mutter Jesu, ihren göttlichen Sohn, der eben einen Teufelausgetrieben hatte, und den Pharisäern eine scharfe Predigt hielt, in Begleitung ihrer Verwandten suchte. Deshalb sagt der hl. Bernard wohl mit Recht, daß der hl. Joseph vor der Taufe Christi gestorben sei. –

 

Er ist des heiligsten Todes gestorben

Sein Tod war aber überaus kostbar: kostbar! denn Joseph starb vollkommen vereinigt mit dem Willen Gottes; kostbar! er starb mit dem seligen Bewusstsein der treuesten Pflichterfüllung; kostbar! denn er schied von dieser Welt, die keinen Teil an ihm hatte und der er schon längst abgestorben war; kostbar! denn seine Seele war vom Glanz der Gnade ganz durchdrungen und umflossen; kostbar! denn er entschlief überreich an Verdiensten; kostbar! denn alle Gott wohlgefälligen Tugenden begleiteten ihn; kostbar! denn von Unschuld und jungfräulicher Reinigkeit erglänzte seine Seele und sein Leib; kostbar! denn er starb aus Liebe; kostbar! er starb in den Armen Jesu, des Sohnes Gottes, unter den pflegenden Händen der hoch begnadigten Gottesmutter, seiner Braut; kostbar! denn er starb voll des seligsten Friedens im Kuss seines Herrn und Gottes!!! Der hl. Alphons Liguori schildert das selige Hinscheiden des hl. Joseph also: „Engel umgaben ihn; der König der Engel, Jesus Christus, auf der einen Seite, Maria auf der andern Seite seines armen Bettes und in so süßer Gesellschaft verließ er voll himmlischen Friedens diese elende Welt. Sanft und kostbar war sein Tod in Gegenwart Mariens, in Gegenwart eines solchen Sohnes, der zugleich sein Erlöser war… Niemand ist imstande auszudrücken oder zu begreifen, welche Akte der Ergebung, welche Flammen der Liebe die Worte des ewigen Lebens, der ihm bald Jesus, bald Maria im letzten Augenblick seines Lebens zusprachen, im Herzen des heiligen Joseph bewirkt haben. Weil Joseph immer heilig gelebt hatte, so war sein Tod sanft, ruhig, ohne Angst und Furcht!“ –
Doch genug! Wer in den Armen Jesu und Mariä stirbt, ist gewiss des schönsten, edelsten, heiligsten und seligsten Todes gestorben, und dies war – der Tod des heiligen Joseph!! (*)

(*) Das Andenken an den Todestag des hl. Joseph wird an einigen Orten am 20. Juli gefeiert.

 

Wo das Grab des heiligen Joseph sich befindet

Der Ort, wo der heilige Joseph von dieser Erde schied, ob zu Nazareth oder zu Jerusalem, ist nicht bekannt. Gestützt auf die Meinung des seligen Beda des Ehrwürdigen: „ist es nicht unwahrscheinlich, dass sein Tod dergestalt von Gott bestimmt war, dass er in jene Zeit des Jahres fiel, wo der hl. Joseph nach seiner Gewohnheit mit seiner Gattin und seinem göttlichen Sohn nach Jerusalem wallfahrtete, um dort Gott anzubeten, damit er im Grab seiner Voreltern begraben werde, was immer ein sehnlicher Wunsch der Hebräer war.“ (Bolland. Die 19 Mart. n. 11.) –

Das Grab, welches seinen heiligen Leichnam einschloss, soll demjenigen nahe sein, wo der Leichnam seiner allerheiligsten Braut bestattet wurde, und wirklich zeigt man heute noch in der Grabkirche der Gottesjungfrau unten im Tal Josaphat halbwegs der Marmortreppe, welche in die Tiefe zum Grab Mariä führt, einen Altar, welcher das Grab des hl. Joseph umschließt.

Reliquien von seinem Leib gibt es nicht

Sowie vom reinsten Leib der hoch begnadigten unbefleckten Jungfrau nichts mehr im Grabe sich befindet, weil sie von ihrem göttlichen Sohn mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde, so findet sich auch vom jungfräulichen Leib des hl. Joseph nichts mehr vor. Die meisten Kirchenväter und frommen Lehrer, sowie der hl. Bernardin und der hl. Franz von Sales glauben, der hl. Joseph sei dem Leib und der Seele nach im Himmel und „Warum sollte es nicht so sein?“ ruft der fromme und eifrige Verehrer des hl. Joseph, der Kanzler Gerson aus: Lesen wir ja, dass viele Leiber der Heiligen (beim Tode Jesu) auferstanden und in die heilige Stadt gekommen und vielen erschienen seien. Wer möchte nun zweifeln, daß unter jenen auferstandenen Leibern der Heiligen auch jener des hl. Joseph war, den Jesus so sehr geliebt und geehrt hatte, als wäre er sein wirklicher Vater!

Von den Reliquien des hl. Joseph ist wenig vorhanden. Ein Teil seines Mantels, in welchen er das neu geborene Kind Jesus einhüllte, befindet sich mit seinem Stock zu Rom in der Kirche der hl. Cäcilia in Trastevere, der andere Teil in der Kirche der hl. Anastasia. Ein nicht kleines Stück dieses Mantels hat der Kardinal Ginette den unbeschuhten Karmeliter-Mönchen zu Antwerpen in Belgien zum Geschenk gemacht, wo es unter drei Schlössern verwahrt, jährlich am Fest der Geburt des Herrn zur Verehrung gezeigt wird. Unter den Reliquien, welche der heilige Kaiser Karl der Große aus Jerusalem erhielt und in die Domkirche zu Aachen brachte, zeigt man Binden, deren sich der hl. Joseph zum Umwickeln seiner Füße bediente. Reliquien von seinem heiligen Leib fanden sich nicht vor, was die fromme Meinung bestätigt, dass der hl. Joseph mit Leib und Seele in der Glorie des Himmels ist.

 

Der heilige Joseph steht mit Maria vor dem Thron des dreieinigen Gottes

Von dieser unnennbaren, unbegreiflichen Glorie des Himmels umflossen, steht nun der hl. Joseph mit Maria, seiner jungfräulichen Braut, vor dem Thron des dreieinigen Gottes, des Vaters, der ihn von Ewigkeit zum Nähr- und Pflegevater seines eingeborenen Sohnes bestimmt und auserwählt; des Sohnes, der ihm 30 Jahre untertan gewesen und für den er selbst sein Leben eingesetzt hat; des heiligen Geistes, der ihn mit allen Gaben und Gnaden ausgerüstet hat, damit er sein überaus hohes Amt eines Ernährers und Beschützers des Erlösers getreulich verwalten könne; hier steht er vor dem Thron Gottes, angestaunt und bewundert von den Engeln ob seiner unbeschreiblichen Reinheit, die ihn über alle ihre Chöre erhob, bewundert und geehrt von allen Heiligen, die er an Gnade, an Tugend und Verdienst alle übertroffen hat; dort steht er vor dem Thron Gottes, um seine mächtige Fürbitte für alle jene einzulegen, die sein göttlicher Pflegesohn Jesus mit seinem Blut erlöst hat. –
aus: Georg Ott, Josephi-Buch oder Die Macht der Fürbitte des heiligen Patriarchen Joseph, 1880, S. 30 – S. 32