ZUR GESCHICHTE


C. Theis schreibt in seinem Buch, Oben am Berg:

Die Ursprünge der Vorgängerkirche lassen sich nicht mehr exakt zurückverfolgen 1331 wird ein Pastor Gottschalk und 1422 ein Pastor Johannes urkundlich erwähnt. Demnach war Arenberg damals schon Pfarrei. Zu ihr gehörten Immendorf, Haus Mühlenbach und mehrere Mühlen. Als Gründer dieser ersten Kirche wird in einer Urkunde von 1487 als „Stifter und Giffter der Kyrchen zu Arenberch“ ein Junker Johann von Mühlenbach, Herr zu Helfenstein, + 1494, genannt. Das hatte aber nicht mehr zu bedeuten, als dass dieser Helfensteiner der Pfarrei eine Stiftung vermachte und das Recht besaß, bei Neubesetzung der Pfarrstelle den Pfarrer zu benennen, ihn zu „präsentieren“.

Sowohl der Anspruch auf den Zehnten als auch das Recht der „Kirchengift“ (Patronatsrecht oder auch Präsentationsrecht genannt) ging nach mehreren Erbfällen auf die Familien Helff und Meister aus Ehrenbreitstein über. Diese präsentierten deshalb noch 1834 rechtmäßig den jungen Bendorfer Pfarrer Johann Baptist Kraus für die Pfarrstelle Arenberg.


Clemens Theis: Oben am Berg - Beiträge zur Ortsgeschichte des Kirchenspiels Arenberg. 1996 

Das Buch stellt eine grundlegende Darstellung der Geschichte des Ortes Arenberg, der Anlagen und der Wallfahrtskirche dar.

Dazu benutzte C. Theis besonders die "Sendprotokolle" von Pfarrer J.B. Kraus, des Erbauers von Anlagen und Kirche, die dieser sehr detailliert verfasste.

Daneben verwendete er Materialien aus dem Pfarrarchiv der Kirchengemeinde St. Nikolaus. 

Der Text des Buches ist mit Zustimmung der Erben für die Homepage von Gerhard Neumann editiert.

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Anfänge Kirche


Einzige Darstellung des alten Kirchleins

von 1775 - 1860

Zeichnung des Dr. Ludwig Spengler


Pfarrer Kraus schreibt dazu:

1.1.0 Das alte Kirchlein

Ein altes Kirchlein, arm, unansehnlich und so klein, dass es nur einige Hundert Menschen aufzunehmen vermochte, bot seine Steine an zu diesen Fundamenten.

 Erbaut ward es vor vierhundert Jahren vom edlen Herrn Johann, dem Fürsten von Mühlenbach, Herr von Helfenstein, der auch hiesige Pfarrei gegründet und des Priesters und der Gemeinde hierselbst in frommem Sinn gedachte. 

Er hat hiermit das Fundament des Glücks der Pfarrgemeinde und in den Steinen des ersten Kirchleins die Fundamente des neuen Gotteshauses gelegt, so dasselbe erbauen helfen: Er sorgt für das, was des Herren ist. (1. Korintherbrief 7, 32

Sein Andenken ist im Segen. (Sirach, 45, 1)

 Es stand, wo jetzt die Taufkapelle ist und die zwei neben dieser stehenden Türme zeigen fort und fort die Stätte, worin Jahrhunderte hindurch der Herr dieser Gemeinde so große und zahllose Segnungen spendete.


Beim Umbau des Erdgeschosses im Pfarrhauses (2017) fand sich die Urkunde zur Konsekrierung der Kirche (1868).

Text der Konsekrierungsurkunde

 

 

 

Im Jahre 1868 am 26. des Monats September habe Ich, Mathias Eberhard, Bischof von Trier, die Kirche und diesen Altar konsekriert, zu Ehren des Sankt Nikolaus, Bischof und Glaubenszeuge, und Reliquien der heiligen Trierer Märtyrer und des St. Stefanus, Bischof und Märtyrer, in ihn eingeschlossen, und einzelne Gertreue Christi des heutigen Jahres  und im Jahres-Tag der Konsekration in gleicher Weise haben wir 40 Tage der wahren Güte gesehen,

 

in gewöhnter Form der Kirche bin ich gegangen.

 

    + Mathias, Bischof von Trier

 


1868 war die Kirche nach 8 Jahren Bauzeit bis zur Größe des Bildes gewachsen. Weil das Baugeld ausging, konnten erst 1872 die beiden Türme vollendet werden.


Der Maler Küchenhoff verbrachte einige Jahre im Nachbarort Immendorf und schuf Linolschnitte mit Motiven der Umgebung.


Ab den 1980er Jahren gab Clemens Theis einen Pfarrbrief für die

"Seelsorgeeinheit St. Nikolaus-St. Pankratius" heraus.

Der Osterpfarrbrief von 1991 kann hier noch widergegeben werden.


Lyrisches


Neben den Gedichten auf den Bauwerken in den Anlagen von Pfarrer Kraus gedichtet,

finden sich einige poetische Texte im Pfarrarchiv.


Entwicklung des Ortes


Ausschnitt aus einem Katasterplan von 1832

aus: Ulrike Weber, Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz Bd. 3.3, Stadt Koblenz. Stadtteile. GDKE 2013.-  S. 32

Der Plan zeigt den Ort Arenberg und einen Ausschnitt des Kirchenbereichs. Eingezeichnet ist später von Hand die Lage des neuen Kirchengebäudes.

Nordrichtung: rechte Bildseite


C. Theis schreibt in seinem Buch:

Oben am Berg

Das Wallfahrtsunternehmen erbrachte sowohl der Zivilgemeinde einen wirtschaftlichen Aufschwung als auch der Kirchengemeinde so reichlichen Gewinn, dass zwei Gärtner fest angestellt werden konnten, die die Pflege der Anlagen übernahmen. Selbst von der „Kirchensteuer“ war die Gemeinde zeitweise befreit, denn sie konnte sich aus eigener Kraft finanziell erhalten.

Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ließ der Strom der Pilger mit bis zu 9000 Menschen am Wochenende nach.

Heute steuern nur noch einzelne Busse mit Wallfahrern die Kirche an. 


 Die Postkarte von 1900 zeigt, wie sich der Ort entwickelt hat.


 Eine erstaunliche Zahl von Hotels und Gasthäusern säumte die Hauptstraße des Ortes.


1928 listet die Festschrift des Kirchenchors diese Geschäftsadressen auf.


Anlagen+Kirchenführer


Daneben wurde auch das religiöse Leben nicht vernachlässigt, wie die Fotografie der Gottesdienstordnung zeigt.

- Jahr leider unbekannt -


Pfarrer Johann Baptist Kraus: Beschreibung der Heiligen Orte zu Arenberg - Kirche.

In diesem Buch beschreibt der Ideengeber und Bauherr von Kirche und Anlagen die einzelnen Bestandteile. Dabei beschreibt er diese nicht nur, sondern erklärt auch den theologischen Grund für die jeweilige Bauausführung.

Deshalb sind Anlagen und Kirche zu verstehen als Ausdruck des rheinischen Katholizismus im 19. Jahrhundert.


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Diese Beschreibungen sind ergänzt durch Auszüge aus dem Buch: C. Theis: Oben am Berg (siehe linke Spalte) und Bildern von Wilfried Mohr, Arenberg.

Der Text  ist in lateinische Schrift übertragen von Gerhard Neumann.


Im Laufe der Jahre wurden zahlreiche Führer durch Anlagen und Kirche jeweils von den einzelnen Pastören beginnend mit Pfarrer Kraus herausgegeben.

 Allerdings beschränken diese sich zunehmend auf die reine Beschreibung der Kirche. Der theologische Hintergrund eines Pfarrer Kraus gerät immer mehr in Vergessenheit.


Neben diesen "offiziellen" Führern sind auch zahlreiche kommerziell erstellte Führer erhalten geblieben.

Unterschiedliche Herausgeber und Verlage versuchten am Wallfahrtspublikum zu verdienen.


1949 gibt die Druckerei Heuser aus Neuwied einen eigenen interessanten Prospekt heraus.